Krankheitskosten als Werbungskosten nicht mit der Entfernungspauschale abgegolten

Aufwendungen eines Arbeitnehmers, die ihm bei den Fahrten zwischen Wohnung

und erster Tätigkeitsstätte entstanden sind (sog. Entfernungspauschale),

können im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

Dabei wird die einfache abgerundete Kilometerentfernung mit der Anzahl der Fahrten

pro Jahr mit 0,30 € multipliziert. Mit dieser sog. Entfernungspauschale

sind automatisch alle Aufwendungen abgegolten, die einem Arbeitnehmer aufgrund

der Fahrten entstehen können.

Nunmehr hat der Bundesfinanzhof (BFH) in seiner Entscheidung vom 19.12.2019

eine Ausnahme - und zwar bei Krankheitskosten, welche durch einen Autounfall

auf der Strecke zwischen Wohnung und erster Arbeitsstätte verursacht wurden

- zugelassen. Im entschiedenen Fall erlitt eine Arbeitnehmerin auf dem Weg von

ihrer Arbeitsstätte nach Hause einen Autounfall. Dadurch entstanden ihr

erhebliche Krankheitskosten, welche vom Finanzamt (FA) nicht als Werbungskosten

anerkannt wurden. Das FA ging davon aus, dass diese Kosten mit der Entfernungspauschale

abgegolten sind.

Dem widersprach aber der BFH. Nach seiner Auffassung fallen grundsätzlich

unter die Abgeltungswirkung der Entfernungspauschale nur Kosten, welche wegstrecken-

und fahrzeugbezogen sind, wie z. B. Reparaturkosten eines beschädigten

Kfz. Aufwendungen, welche aus der Beseitigung oder Linderung von erlittenen

Körperschäden stammen, gehören nicht dazu. Für sie ist ein

Abzug als Werbungskosten zusätzlich zur Pauschale möglich, soweit

keine Erstattung durch eine Krankenversicherung erfolgt.