Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer während des Home-Offices

In Zeiten der Corona-Krise können Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer anweisen,

von zuhause aus zu arbeiten. Dafür ist normalerweise ein Arbeitszimmer

nötig, wofür der Arbeitgeber i. d. R. auch die daraus entstehenden

Kosten trägt.

Ist dies nicht der Fall, können entsprechende Aufwendungen für die

Nutzung des "privaten" Büros zuhause aufgrund von Corona-bedingten

Vorsichtsmaßnahmen - unter weiteren Voraussetzungen - steuerlich als "häusliches

Arbeitszimmer" bis zu einer Höhe von 1.250 € im Jahr als Werbungskosten

oder Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Dieser Betrag kann auch zum Tragen

kommen, wenn das Arbeitszimmer nicht das ganze Jahr genutzt wird.

Eine Voraussetzung ist, dass dem Steuerpflichtigen für seine berufliche

Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, was in Corona-Zeiten

der Fall sein dürfte.


Bildet das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen

oder beruflichen Tätigkeit, kommt auch ein unbeschränkter Abzug der

Aufwendungen in Frage. Die Voraussetzungen sind dann jedoch zeitanteilig zu

prüfen. Sind die Aufwendungen höher als 1.250 €, können

sie nur berücksichtigt werden, soweit sie auf den Zeitraum entfallen, in

dem man zu Hause arbeitet.

Folgende Aufwendungen können (anteilig nach Fläche) in Ansatz gebracht

werden: Kaltmiete oder Gebäude-Abschreibung, Wasser, Nebenkosten, Müllabfuhr,

Verwaltungskosten, Grundsteuer, Versicherungen, Schornsteinfeger, Heizung, Reinigung,

Strom, Renovierung, Schuldzinsen.

Bitte beachten Sie: Eine "Arbeitsecke" im Wohn- oder Schlafbereich

gilt nicht als "häusliches Arbeitszimmer". Ein Arbeitszimmer

ist ein Raum, der nach seiner Funktion und Ausstattung vorwiegend der Erledigung

gedanklicher, schriftlicher, verwaltungstechnischer oder organisatorischer Arbeiten

dient. Er muss auch ausschließlich oder nahezu (zu 90 %) ausschließlich

zu betrieblichen oder beruflichen Zwecken genutzt werden.

Die Höchstbetragsgrenze von 1.250 € im Jahr ist personenbezogen anzuwenden,

sodass im Falle der Nutzung durch eine weitere Person, z. B. des Ehepartners,

jeder von ihnen seine Aufwendungen hierfür bis zu dieser Obergrenze steuerlich

geltend machen kann.

Aufwendungen für Arbeitsmittel, wie z. B. Schreibtisch, Bücherregal

und PC/Laptop, die der Steuerpflichtige selbst getragen hat, sind bei betrieblicher/beruflicher

Veranlassung als Betriebsausgaben oder Werbungskosten zu berücksichtigen,

auch wenn das Büro nicht als häusliches Arbeitszimmer steuerlich anerkannt

wird. Luxusgegenstände wie z. B. Kunstgegenstände, die vorrangig der

Ausschmückung des Arbeitszimmers dienen, gehören jedoch nicht zu den

abziehbaren Aufwendungen.