Behandlung von Minijobbern in der Corona-Krise

Von den Auswirkungen durch den Corona-Virus sind auch Minijobber und deren

Arbeitgeber betroffen. Für sie gelten teilweise andere Regelungen wie für

sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer. Grundsätzlich gilt:

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Ist der Arbeitnehmer nachweislich

an dem Corona-Virus erkrankt und dadurch arbeitsunfähig, müssen Arbeitgeber

den regelmäßigen Verdienst für den Zeitraum von bis zu 6 Wochen

weiter zahlen. Nimmt der Arbeitgeber am U1-Umlageverfahren teil, kann er eine

Erstattung im Krankheitsfall des Minijobbers geltend machen.

Ist ein Minijobber nicht selbst erkrankt, jedoch aber unter Quarantäne

gestellt, finden die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes Anwendung. Auch

hier muss der Arbeitgeber zunächst für den Minijobber den Verdienst

für sechs Wochen weiter bezahlen. Er kann jedoch die Erstattung der Kosten

bei der zuständigen Gesundheitsbehörde des Bundeslandes beantragen.

Überschreiten der Minijob-Grenze von 450 € im Monat: Überschreitet

der Jahresverdienst eines Minijobbers 5.400 €, liegt nicht automatisch

eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor. Hierfür gibt

es Ausnahmeregelungen.

Ein Minijob bleibt auch dann bestehen, sofern die Verdienstgrenze gelegentlich

(nicht mehr als 3 Kalendermonate innerhalb eines Zeitjahres) und die Entgeltgrenze

nicht vorhersehbar (nicht im Voraus vereinbart) überschritten werden. Grundsätzlich

spielt hier die Höhe des Verdienstes keine Rolle. Aufgrund einer Verlautbarung

der Spitzenorganisation der Sozialversicherung vom 30.3.2020 kann ein gelegentliches

Überschreiten der Verdienstgrenze bei 450-€-Minijobs für die

Monate März bis Oktober 2020 bis zu 5-mal innerhalb eines Zeitjahres erfolgen.

Kurzarbeitergeld: Kurzarbeitergeld wird nur für Arbeitnehmer, die

versicherungspflichtig in der Arbeitslosenversicherung sind, gewährt. Minijobber

erhalten kein Kurzarbeitergeld, weil sie arbeitslosenversicherungsfrei sind.

Bei Arbeitnehmern, die in ihrer Hauptbeschäftigung in Kurzarbeit gegangen

sind und jetzt bei einer anderen Firma einen Minijob neu aufnehmen, wird der

Verdienst aus dem neuen Minijob auf das Kurzarbeitergeld angerechnet und dieses

entsprechend gekürzt. Wird ein schon vor Beginn der Kurzarbeit in der Hauptbeschäftigung

bestehender Minijob fortgesetzt, wird die Berechnungsgrundlage für das

Kurzarbeitergeld nicht um den Verdienst aus dem Minijob gekürzt.

Ausnahme: Wird ein Minijob in einem systemrelevanten Bereich (z. B.

im Gesundheitswesen, Apotheke, Landwirtschaft) während der Kurzarbeit aufgenommen,

wird der Verdienst nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet, wenn der aus

der Hauptbeschäftigung noch gezahlte Verdienst zusammen mit dem Kurzarbeitergeld

und dem Verdienst aus dem Minijob das normale Bruttoeinkommen nicht übersteigt.



Regelungen in der Sozialversicherung: Werden Zahlungsschwierigkeiten

durch ein sog. unabwendbares Ereignis verursacht, zeigen sich die Einzugsstellen

kulant und verzichten auf die üblichen Gebühren für verspätete

Beitragszahlungen wie z. B. Stundungszinsen. Säumniszuschläge bzw.

Mahngebühren werden auf Antrag erlassen.

Betriebsschließung: Auch im Falle einer Betriebsschließung

wegen des Corona-Virus bleibt für Minijobber weiterhin ein Anspruch auf

Zahlung seines Verdienstes bestehen.