Werkstatt haftet wegen unterlassener Aufklärung

Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilte am 17.10.2019 eine Werkstatt

zu Schadensersatzleistungen, weil sie einen Kunden nicht auf den weiteren Reparaturbedarf

an seinem SUV hingewiesen hatte.

Die Werkstatt hatte das Fahrzeug repariert und dabei umfangreiche Arbeiten

am Motor durchgeführt. Unter anderem wurden alle hydraulischen Ventilspielausgleichselemente

und ein Kettenspanner erneuert. Den Zustand der zu diesem Zeitpunkt bereits

stark gelängten und austauschbedürftigen Steuerketten untersuchte

sie jedoch nicht. Deshalb erlitt der Motor nach einigen hundert Kilometern einen

Totalschaden.

Die Werkstatt hätte den Zustand der Steuerketten überprüfen

und dem Kunden einen Austausch empfehlen müssen. Denn sie musste auch auf

Unzulänglichkeiten an den Teilen des Fahrzeugs achten, mit denen sie sich

im Zuge der durchgeführten Reparatur befasste und deren Mängel danach

nicht mehr ohne Weiteres entdeckt und behoben werden konnten. Wegen Verletzung

dieser Prüf- und Hinweispflicht muss sie ihrem Kunden die ihm dadurch entstandenen

Kosten für den Erwerb und Einbau eines Austauschmotors erstatten. Davon

abzuziehen sind jedoch die Kosten, die dem Kunden ohnehin durch den Austausch

der Steuerketten entstanden wären.