Ärztebewertungsportal "Jameda" teilweise unzulässig

Das Oberlandesgericht Köln (OLG) hat entschieden, dass mehrere frühere

bzw. aktuelle Ausgestaltungen der Plattform "Jameda" unzulässig

sind. Mit ihnen verließ "Jameda" die zulässige Rolle des

"neutralen Informationsmittlers" und gewährte den an die Plattform

zahlenden Ärzten auf unzulässige Weise "verdeckte Vorteile".

Andere von den Ärzten gerügte Funktionen waren dagegen zulässig.

Insbesondere beanstandeten die OLG-Richter, dass auf den ohne Einwilligung

eingerichteten Profilen der Ärzte (sog. "Basiskunden") auf eine

Liste mit weiteren Ärzten verwiesen wurde, während auf den Profilen

der Ärzte, die Beiträge an die Plattform bezahlten (sog. "Premium-"

oder "Platinkunden"), ein solcher Hinweis unterblieben ist. Unzulässig

sei ebenfalls, dass die zahlenden Ärzte in Auflistungen mit Bild dargestellt

wurden, während bei den anderen Ärzten nur ein grauer Schattenriss

zu sehen ist. Dasselbe gelte für den Verweis auf Fachartikel von zahlenden

Ärzten, während auf den Profilen von sog. Platinkunden ein solcher

Verweis unterbleibt. Schließlich sei auch der Hinweis auf eine Liste mit

Ärzten für spezielle Behandlungsgebiete unzulässig, der ebenfalls

auf den Profilen zahlender Ärzte nicht zu sehen ist.