Unbelegte Brötchen mit einem Heißgetränk sind steuerfreie Aufmerksamkeiten

Erhalten Arbeitnehmer unentgeltliche oder verbilligte Speisen und Getränke

durch den Arbeitgeber, kann dies zu steuerpflichtigem Arbeitslohn führen.

Arbeitslohn liegt nach Auffassung des Bundesfinanzhofs in seiner Entscheidung

vom 3.7.2019 grundsätzlich aber nur vor, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer

eine "Mahlzeit", wie ein Frühstück, Mittagessen oder Abendessen,

unentgeltlich oder verbilligt zur Verfügung stellt.

Im entschiedenen Fall stellte ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern unbelegte

Brötchen und Rosinenbrot nebst Heißgetränken zum sofortigen

Verzehr im Betrieb kostenlos bereit. Das Finanzamt sah dies als ein Frühstück

an, das mit den amtlichen Sachbezugswerten zu versteuern ist.

Das sah der BFH jedoch anders. Nach seiner Auffassung handelt es sich in einem

solchen Fall um nicht steuerbare Aufmerksamkeiten. Unbelegte Brötchen sind

auch in Kombination mit einem Heißgetränk noch kein "Frühstück".

Selbst für ein einfaches Frühstück muss wenigstens noch ein Aufstrich

oder ein Belag hinzukommen. Die Überlassung der Backwaren nebst Heißgetränken

dient lediglich der Ausgestaltung des Arbeitsplatzes und der Schaffung günstiger

betrieblicher Arbeitsbedingungen und ist somit steuerfrei.