Steuerliche Anerkennung von Zeitwertkonten-Modellen bei GmbH-Geschäftsführern

Mit Schreiben vom 8.8.2019 äußert sich das Bundesfinanzministerium

zur zukünftigen steuerlichen Behandlung von Zeitwertkonten-Modellen von

Organschaften, das in allen offenen Fällen angewendet werden soll. Danach

sind Vereinbarungen über die Einrichtung von Zeitwertkonten bei Arbeitnehmern,

die zugleich als Organ einer Körperschaft bestellt sind - z. B. bei Geschäftsführern

einer GmbH - lohn/einkommensteuerlich grundsätzlich anzuerkennen, wenn

der Arbeitnehmer nicht an der Körperschaft beteiligt ist (z. B. Fremd-Geschäftsführer).

Ist der Arbeitnehmer an der Körperschaft beteiligt, beherrscht diese aber

nicht (z. B. Minderheits-Gesellschafter-Geschäftsführer), ist zu prüfen,

ob eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt. Ist dies nicht der Fall,

sind Vereinbarungen über die Einrichtung von Zeitwertkonten lohn-/einkommensteuerlich

grundsätzlich anzuerkennen.

Ist der Arbeitnehmer an der Körperschaft beteiligt und beherrscht diese,

liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor. Vereinbarungen über die

Einrichtung von Zeitwertkonten werden dann lohn-/einkommensteuerlich von der

Finanzverwaltung nicht anerkannt.

Der Erwerb einer Organstellung hat keinen (negativen) Einfluss auf das bis

zu diesem Zeitpunkt aufgebaute Guthaben eines Zeitwertkontos. Nach Erwerb der

Organstellung ist hinsichtlich der weiteren Zuführungen zu dem Konto eine

verdeckte Gewinnausschüttung zu prüfen. Nach Beendigung der Organstellung

und Fortbestehen des Dienstverhältnisses kann der Arbeitnehmer das Guthaben

entsprechend weiter aufbauen oder das aufgebaute Guthaben für Zwecke der

Freistellung verwenden.