Aufwendungen aus nebenberuf­licher Tätigkeit als Übungsleiter steuerlich abziehbar?

Mit Urteil vom 20.11.2018 entschied der Bundesfinanzhof (BFH), dass ein Übungsleiter,

der steuerfreie Einnahmen unterhalb der sog. Übungsleiterpauschale in Höhe

von 2.400 € im Jahr erzielt, die damit zusammenhängenden Aufwendungen

insoweit abziehen kann, als sie die Einnahmen übersteigen. Voraussetzung

ist, dass hinsichtlich der Tätigkeit eine Einkünfteerzielungsabsicht

vorliegt.

Der BFH hatte in einen Fall aus der Praxis zu entscheiden, in dem ein Übungsleiter

Einnahmen in Höhe von 108 € erzielte, dem Ausgaben in Höhe von

608,60 € gegenüberstanden. Die Differenz von 500,60 € machte

er als Verlust aus selbstständiger Tätigkeit geltend. Das Finanzamt

vertrat die Auffassung, Betriebsausgaben oder Werbungskosten aus der Tätigkeit

als Übungsleiter könnten steuerlich nur dann berücksichtigt werden,

wenn sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben den Übungsleiterfreibetrag

von 2.400 € im Jahr übersteigen.


Der BFH gelangte jedoch zu der Auffassung, dass ein Übungsleiter, der steuerfreie

Einnahmen unterhalb des Übungsleiterfreibetrags erzielt, die damit zusammenhängenden

Aufwendungen steuerlich geltend machen kann, soweit sie die Einnahmen übersteigen.

Andernfalls würde der vom Gesetzgeber bezweckte Steuervorteil für

nebenberufliche Übungsleiter in einen Steuernachteil umschlagen.


Voraussetzung ist jedoch, dass eine sog. Gewinnerzielungsabsicht vorliegt. Diese

Frage stellt sich, weil die Einnahmen in dem Jahr nicht annähernd die Ausgaben

deckten. Sollte keine Gewinnerzielungsabsicht - also eine sog. Liebhaberei -

vorliegen, wären die Verluste steuerlich nicht zu berücksichtigen,

weil der Übungsleiter eine verlustbringende Tätigkeit möglicherweise

wegen persönlicher Neigungen ausübte.