Zuwendungen des Arbeitgebers zur Gesundheitsförderung - hier "Sensibilisierungswoche"

Zu den Einnahmen eines Arbeitnehmers gehören neben dem Lohn auch sonstige

Zuwendungen und Vorteile durch den Arbeitgeber. Wie der Bundesfinanzhof (BFH)

mit Urteil vom 21.11.2018 entschied, gehören dazu auch die Aufwendungen

des Arbeitgebers zu einer sog. "Sensibilisierungswoche".

Im entschiedenen Fall wurden Arbeitnehmern in einem einwöchigen Seminar

Themen rund um einen gesunden Lebensstil vorgestellt. Dabei ging es jedoch nicht

um eine Gesundheitsvorsorge zu Gesundheitsbeeinträchtigungen, sondern um

präventive Maßnahmen des allgemeinen gesundheitlichen Zustands. Die

Teilnahme der Arbeitnehmer war freiwillig. Der Arbeitgeber trug außer

den Fahrtkosten sämtliche Aufwendungen.

Entscheidend für den BFH war, dass bei dem Seminar der allgemeine Gesundheitszustand

der Arbeitnehmer verbessert werden sollte und es keinen besonderen Bezug zu

dem Unternehmen bzw. zu berufsspezifischen Gesundheitsbeeinträchtigungen

gab. Damit lagen keine Vorteile vor, die durch eigenbetriebliches Interesse

des Arbeitgebers entstehen. Entsprechend qualifizierte er diesen Vorteil als

steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Anmerkung: Übernimmt der Arbeitgeber Maßnahmen zur Vermeidung berufsspezifischer

Erkrankungen seiner Arbeitnehmer, die im ganz überwiegenden eigenbetrieblichen

Interesse liegen, sind diese nicht als Arbeitslohn einzustufen. Liegt eine betriebliche

Gesundheitsförderung vor, so ist zudem eine Steuerbefreiung bis zu 500

€ pro Jahr möglich. Zum 1.1.2019 wurde die Regelung zur Steuerbefreiung

verschärft. Von der Steuer sind jetzt nur noch Maßnahmen mit Zertifizierung

durch das Sozialgesetzbuch befreit.