Gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit - hier "Heileurythmie"

Unter Heileurythmie versteht man eine Form der alternativmedizinischen Bewegungstherapie.

Dabei geht es in erster Linie darum, den seelischen und körperlichen Zustand

eines Menschen wieder in sein Gleichgewicht zu bringen. Das kann sowohl nach

einer Erkrankung der Fall sein, aber auch zur Prävention des Gesundheitszustandes

wird Heileurythmie angewand.

In einem Fall aus der Praxis hatte der Bundesfinanzhof

zu entscheiden, ob es sich dabei um eine Tätigkeit im Rahmen einer selbstständigen

Arbeit oder eines Gewerbebetriebes handelt, mit dem Nachteil, dass entsprechend

Gewerbesteuer fällig wird.

Im entschiedenen Fall hatte eine Heileurythmistin keine Gewerbesteuererklärung

abgegeben, da es sich ihrer Meinung nach um eine selbstständige Tätigkeit

handelt. Das Finanzamt sah das anders und begründete die Entscheidung damit,

dass es sich hierbei weder um den Katalogberuf des Krankengymnasten oder des

Heilpraktikers noch um einen ähnlichen Beruf dessen handelt.

Dem widersprach der Bundesfinanzhof mit seinem Urteil vom 20.11.2018. Nach

seiner Auffassung liegt ein ähnlicher Beruf vor wie der des Krankengymnasten.

Maßgebend dafür ist ein Vertragsabschluss zur Durchführung integrierter

Versorgung mit anthroposophischer Medizin zwischen dem Berufsverband der Heileurythmisten

und den gesetzlichen Krankenkassen. Das Vorliegen dieses Vertrags ist ausreichend

für die Annahme, dass eine ähnliche Tätigkeit wie die des Krankengymnasten

oder Physiotherapeuten vorliegt. Weitere Voraussetzungen zur Qualifizierung

als Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit sind nicht erforderlich.