Umsatzsteuer bei einheitlicher Leistung - hier: Erstellung einer Gartenanlage

Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte in einem Fall aus der Praxis zu entscheiden,

ob bei der Erschaffung einer Gartenanlage die notwendigen Lieferungen der Pflanzen

als selbstständige Lieferungen mit einem ermäßigtem Umsatzsteuersatz

von 7 % zu beurteilen ist oder ob hier eine einheitliche komplexe Leistung durch

die Erschaffung der Gartenanlage selbst vorliegt, die dann insgesamt mit dem

Regelsteuersatz von 19 % zu versteuern ist. In seiner Entscheidung vom 14.2.2019

kam der BFH zu dem Entschluss, dass in einem solchen Fall eine einheitliche

komplexe Gesamtleistung vorliegt, die mit dem Regelsteuersatz zu versteuern

ist.

Die Lieferung der Pflanzen für Gartenbauarbeiten mit dem Ziel eine Gartenanlage

zu errichten, ist nicht als Nebenleistung zu bewerten, da es sich um ein wesentliches

Element bei der Ausführung handelt. Dies gilt auch dann, wenn Lieferung

und Leistung in verschiedenen Verträgen geregelt und zeitlich unterschiedlich

durchgeführt werden.

Bei der Erschaffung der Gartenanlage sind nach Auffassung des BFH die einzelnen

Lieferungen und sonstigen Leistungen dermaßen miteinander verknüpft

und voneinander abhängig, dass eine Aufteilung oder Trennung nicht realistisch

ist. Dabei ist der Regelsteuersatz anzuwenden. Der ermäßigte Steuersatz

wäre grundsätzlich bei der Lieferung von Pflanzen anzuwenden; im vorliegenden

Fall schloss er die Anwendung jedoch aus.