Steuerliche Anerkennung von Verlusten aus sonstigen Kapitalanlagen

Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören auch Erträge

aus sonstigen Kapitalforderungen jeder Art, wenn die Rückzahlung des Kapitalvermögens

oder ein Entgelt für die Überlassung des Kapitalvermögens zur

Nutzung zugesagt oder geleistet worden ist. Das gilt auch, wenn die Höhe

der Rückzahlung oder des Entgelts von einem ungewissen Ereignis abhängt.

Als Veräußerung gilt auch die Einlösung, Rückzahlung, Abtretung

oder verdeckte Einlage in eine Kapitalgesellschaft. Demnach ist der Gewinn aus

der Veräußerung einer sonstigen Kapitalforderung steuerpflichtig.



Seit dem 1.1.2009 werden auch Erträge aus reinen Spekulationsanlagen (Vollrisikozertifikate)

erfasst, da nunmehr sowohl die Höhe des Entgelts als auch die Höhe

der Rückzahlung von einem ungewissen Ereignis abhängen darf. Dazu

gehören auch Erträge aus sog. Knock-out-Zertifikaten.

Mit Urteil vom 20.11.2018 entschied der Bundesfinanzhof (BFH) dazu, dass auch

Verluste aus Knock-out-Zertifikaten, die durch Erreichen der Knock-out-Schwelle

verfallen, im Rahmen der Einkünfte aus Kapitalvermögen abziehbar sind.

Damit wendet er sich gegen die Auffassung der Finanzverwaltung.

Anmerkung: Mit diesem Urteil bestätigt der BFH seine Rechtsprechung,

bei der seit Einführung der Abgeltungssteuer grundsätzlich sämtliche

Wertveränderungen im Zusammenhang mit Kapitalanlagen zu erfassen sind und

dies gleichermaßen für Gewinne und Verluste gilt.