Darlegungslast bei Urheberrechtsverletzungen durch Filesharing

In einem vom Bundesgerichtshof (BGH) am 30.3.2017 entschiedenen Fall wurde

ein Musikalbum über einen Internetanschluss im Wege des "Filesharing"

öffentlich zugänglich gemacht. Für diese Urheberrechtsverletzung

verlangte der Rechteinhaber Schadensersatz vom Inhaber des Internetanschlusses.

Dieser bestritt die Rechtsverletzung begangen zu haben und wies darauf hin,

dass seine drei bereits volljährigen Kinder noch bei ihm wohnen und jeweils

eigene Rechner nutzen und über einen mit einem individuellen Passwort versehenen

WLAN-Router Zugang zum Internetanschluss hatten. Der Anschlussinhaber erklärte,

er wüsste, welches seiner Kinder die Verletzungshandlung begangen hat,

verweigerte hierzu aber nähere Angaben.

Dazu entschieden die Richter des BGH, dass der Anschlussinhaber, sofern er

eine eigene Verurteilung abwenden will, den Namen des Familienmitglieds offenbaren

muss, wenn er im Rahmen der ihm obliegenden Nachforschungen diesen erfahren

hat.

Der Fall wurde dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt. Dieser kam zu dem Entschluss,

dass das Grundrecht auf Achtung des Familienlebens einer zivilprozessualen Obliegenheit

der Inhaber eines Internetanschlusses nicht entgegen steht, zu offenbaren, welches

Familienmitglied den Anschluss genutzt hat, wenn über den Anschluss eine

Urheberrechtsverletzung begangen wurde. Aus dem Grundgesetz ergibt sich danach

zwar ein Recht, Familienmitglieder nicht zu belasten, nicht aber ein Schutz

vor negativen prozessualen Folgen dieses Schweigens.