Kindergeld für Volljährige in Ausbildung mit Erwerbstätigkeit

Ein Anspruch auf Kindergeld für ein Kind, das das 18. aber noch nicht

das 25. Lebensjahr vollendet hat, besteht dann, wenn dieses für einen Beruf

ausgebildet wird. Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines

Erststudiums wird ein Kind nur berücksichtigt, wenn es keiner Erwerbstätigkeit

nachgeht. Eine Erwerbstätigkeit mit bis zu 20 Stunden regelmäßiger

wöchentlicher Arbeitszeit, ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein

geringfügiges Beschäftigungsverhältnis sind hingegen unschädlich.

Haben volljährige Kindern bereits einen ersten Abschluss in einem öffentlich-rechtlich

geordneten Ausbildungsgang erlangt, setzt der Kindergeldanspruch voraus, dass

der weitere Ausbildungsgang noch Teil einer einheitlichen Erstausbildung ist

und die Ausbildung die hauptsächliche Tätigkeit des Kindes bildet.



Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 11.12.2018 besteht hingegen

kein Anspruch auf Kindergeld, wenn von einer berufsbegleitenden Weiterbildung

auszugehen ist. Hier steht bereits die Berufstätigkeit im Vordergrund und

der weitere Ausbildungsgang wird nur neben dieser durchgeführt.

Anmerkung: Ein Indiz für eine berufsbegleitende Weiterbildung stellt

die Tatsache dar, dass das Arbeitsverhältnis zeitlich unbefristet oder

auf mehr als 26 Wochen befristet abgeschlossen wird und auf eine vollzeitige

oder nahezu vollzeitige Beschäftigung gerichtet ist. Auch der Umstand,

dass das Arbeitsverhältnis den erlangten ersten Abschluss erfordert, kann

auf eine Weiterbildung im bereits aufgenommenen Beruf hinweisen. Mitentscheidend

ist auch, ob sich die Durchführung des Ausbildungsgangs an den Erfordernissen

der Berufstätigkeit orientiert (z. B. Abend- oder Wochenendunterricht).