Private Nutzung betrieblicher Fahrräder steuerfrei - die Zweite

In der Mandanteninformation März 2019 berichteten wir kurz über die

steuerliche Behandlung der Überlassung von betrieblichen Fahrrädern

und Elektrofahrrädern an Arbeitnehmer.

Das Einkommensteuergesetz stellt diese Nutzung seit dem 1.1.2019 steuerfrei.

Die Steuerbefreiung ist auf drei Jahre befristet. Sie ist letztmals für

den Veranlagungszeitraum 2021 anzuwenden sowie beim Steuerabzug vom Arbeitslohn

auf Vorteile, die in einem vor dem 1.1.2022 endenden Lohnzahlungszeitraum oder

als sonstige Bezüge vor dem 1.1.2022 zugewendet werden. Der Anschaffungszeitpunkt

für das betriebliche Fahrrad ist unerheblich. Entscheidend ist allein die

Überlassung im Begünstigungszeitraum.

Es wird die "Überlassung" (auch zur privaten Nutzung) "eines"

Fahrrads an den Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber gefördert. Die "Übereignung"

eines Fahrrads durch den Arbeitgeber ist weiterhin in Höhe des geldwerten

Vorteils steuerpflichtig.

Voraussetzung der Steuerbefreiung ist jedoch, dass die Vorteile zusätzlich

zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Gehaltsumwandlungen

will der Gesetzgeber demnach nicht fördern.

Diese neue Steuerbefreiung gilt nicht für solche Elektrofahrräder,

die verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzuordnen sind (wie z. B. Elektrofahrräder,

deren Motor auch Geschwindigkeiten über 25 km/h unterstützt). Für

diese gelten die Regelungen der Dienstwagenbesteuerung - also bei Elektrofahrrädern

die neue eingeführte 0,5-%-Regelung.

Beim Arbeitgeber ist die private Nutzung eines betrieblichen Fahrrads nicht

als private Nutzungsentnahme zu erfassen.