Angabe von obligatorischen Trinkgeldern im Reisepreis

Die Richter des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts (OLG) entschieden

in ihrem Urteil vom 13.12.2018, dass obligatorische Trinkgelder im beworbenen

Reisepreis angegeben werden müssen.

In dem entschiedenen Fall vermittelte ein Reiseveranstalter Schiffsreisen und

bewarb diese mit der Angabe eines Gesamtpreises. In diesem Gesamtpreis fehlte

die Angabe eines Serviceentgelts von 10 € pro Tag. Nach den Vertragsbedingungen

muss das Serviceentgelt von jedem Kreuzfahrtgast bezahlt werden.

In seiner Begründung führte das OLG aus, dass unter dem Begriff "Gesamtpreis"

der Preis zu verstehen ist, der einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger

Preisbestandteile vom Verbraucher zu zahlen ist. Sonstige Preisbestandteile

sind dabei alle unvermeidbaren und vorhersehbaren Bestandteile des Preises,

die obligatorisch vom Verbraucher zu tragen sind. Dies zugrunde gelegt, stellt

das vom Reiseveranstalter erhobene Serviceentgelt einen sonstigen Preisbestandteil

dar, denn es handelt sich nicht um eine freiwillige Leistung des Gastes. Vielmehr

wird dessen Bordkonto zwingend mit dem Trinkgeld belastet. Aus diesem Grunde

ist das Serviceentgelt im Gesamtpreis zu berücksichtigen und auszuweisen.