Aufwendungen für "Herrenabende" nur anteilig abziehbar

In einem in bereits mehreren Rechtsgängen entschiedenem Fall machte eine

Partnerschaft von Rechtsanwälten Aufwendungen für sog. "Herrenabende"

als Betriebsausgaben geltend. Zu diesen Veranstaltungen, die im Garten eines

der Partner stattfanden, lud die Partnerschaft ausschließlich Männer

ein. Der Teilnehmerkreis bestand aus Mandanten, Geschäftsfreunden und Persönlichkeiten

aus Verwaltung, Politik, öffentlichem Leben und Vereinen. Die Gäste

wurden begrüßt, bewirtet und unterhalten. Die angefallenen Aufwendungen

wurden komplett steuerlich angesetzt, weil sie der Pflege und Vorbereitung von

Mandaten gedient hätten.

Bereits im ersten Rechtsgang vom 19.11.2013 wies das Finanzgericht Düsseldorf

(FG) die Klage mit der Begründung ab, dass der steuerlichen Berücksichtigung

der Aufwendungen das Abzugsverbot für Aufwendungen für Jagd oder Fischerei,

für Segel- oder Motoryachten und ähnliche Zwecke entgegensteht. Der

Bundesfinanzhof hob das Urteil mit der Begründung auf, dass das vom Finanzgericht

angenommene Abzugsverbot nur zur Anwendung kommt, wenn den Gästen ein besonderes

qualitatives Ambiente oder ein besonderes Unterhaltungsprogramm geboten wird.

Die Sache wurde an das Finanzgericht Düsseldorf zur weiteren Sachaufklärung

zurückverwiesen.

In seiner neuen Entscheidung vom 31.7.2018 lässt das Finanzgericht die

Aufwendungen hälftig zum Abzug zu. Zwar komme das Abzugsverbot nach der

weiteren Aufklärung des Sachverhalts nicht zur Anwendung, weil den Gästen

weder ein besonderes qualitatives Ambiente noch ein besonderes Unterhaltungsprogramm

geboten wurde. Die Aufwendungen für die Herrenabende sind aber gemischt

veranlasst, weil sowohl Gäste aus dem privaten wie auch aus dem beruflichen

Umfeld der Partner teilgenommen hätten.

Anmerkung: Auch diese Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig; es wurde

Nichtzulassungsbeschwerde seitens der Finanzverwaltung eingelegt. Bei Vorhaben

solch besonderer Veranstaltungen sollte grundsätzlich "vorher"

mit dem steuerlichen Berater Rücksprache gehalten werden.