Wenn Eltern die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge während der Berufsausbildung tragen

In einem vor dem Bundesfinanzhof ausgetragenen Streitfall machte ein Kind,

welches sich in einer Berufsausbildung befand, die von seinem Arbeitgeber einbehaltenen

Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung als Sonderausgaben

steuerlich geltend. Diese Aufwendungen wirkten sich jedoch im Rahmen seiner

Einkommensteuerfestsetzung nicht aus. Daraufhin machten die Eltern die Aufwendungen

im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung geltend.

Der Bundesfinanzhof stellte in seiner dazu ergangenen Entscheidung vom 13.3.2018

fest, dass Eltern, die ihrem Kind gegenüber unterhaltsverpflichtet sind

und dessen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge tragen, die Aufwendungen

auch in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen können.

Bitte beachten Sie! Voraussetzung für den Ansatz der Aufwendungen

bei den Eltern ist jedoch, dass die Eltern dem Kind die Beiträge tatsächlich

gezahlt oder erstattet haben - also durch die Beitragszahlung oder -erstattung

tatsächlich und endgültig wirtschaftlich belastet sind. Dies geschieht

im Fall der Gewährung von Naturalunterhalt nicht!