Steuerliche Behandlung von Überlassung möblierter Wohnungen

Beträgt das Entgelt für die Überlassung einer Wohnung zu Wohnzwecken

weniger als 66 % der ortsüblichen Marktmiete, so ist die Nutzungsüberlassung

in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Teil aufzuteilen. Beträgt

das Entgelt bei auf Dauer angelegter Wohnungsvermietung mindestens 66 % der

ortsüblichen Miete, gilt die Wohnungsvermietung als entgeltlich.

Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 6.2.2018 kann es bei

der Vermietung möblierter oder teilmöblierter Wohnungen zur Ermittlung

der ortsüblichen Marktmiete erforderlich sein, einen Zuschlag für

die Möblierung - im entschiedenen Fall eine Einbauküche - zu berücksichtigen.

Derartige Wohnungsüberlassungen sind regelmäßig mit einem gesteigerten

Nutzungswert verbunden, der sich im Mietwert widerspiegelt. Ein Möblierungszuschlag

ist dann zu berücksichtigen, wenn er sich aus einem örtlichen Mietspiegel

oder aus am Markt realisierbaren Zuschlägen ermitteln lässt.

Sieht der Mietspiegel z. B. für eine überlassene Einbauküche

einen prozentualen Zuschlag oder eine Erhöhung des Ausstattungsfaktors

über ein Punktesystem vor, ist diese Erhöhung als marktüblich

anzusehen. Ist das nicht der Fall, ist ein am örtlichen Mietmarkt realisierbarer

Möblierungszuschlag zu berücksichtigen. Ansonsten ist auf die ortsübliche

Marktmiete ohne Möblierung abzustellen. Nach Auffassung des BFH kommt es

nicht in Betracht, einen Möblierungszuschlag aus dem Monatsbetrag der linearen

Absetzung für Abnutzung für die überlassenen Möbel und Einrichtungsgegenstände

abzuleiten. Auch der Ansatz eines prozentualen Mietrenditeaufschlags ist nicht

zulässig.