Gesellschaftereinlage als nachträgliche Anschaffungskosten auf die GmbH-Beteiligung

Nachträgliche Anschaffungskosten auf die Beteiligung sind nach der Rechtsprechung

des Bundesfinanzhofs (BFH) nur solche Aufwendungen des Gesellschafters, die

nach handels- und bilanzsteuerrechtlichen Grundsätzen zu einer offenen

oder verdeckten Einlage in das Kapital der Gesellschaft führen. Hierzu

zählen u. a. auch freiwillige und ohne Gewährung von Vorzügen

seitens der Kapitalgesellschaft erbrachte Einzahlungen in die Kapitalrücklage.

Der von einem GmbH-Gesellschafter insoweit getragene Aufwand ist nach einer

Entscheidung des BFH v. 11.7.2018 daher bei der Berechnung seines Verlusts aus

der Veräußerung der GmbH-Anteile als nachträgliche Anschaffungskosten

zu berücksichtigen.

Leistet also ein Gesellschafter, der sich für Verbindlichkeiten der Gesellschaft

verbürgt hat, eine Einzahlung in die Kapitalrücklage der Gesellschaft,

um seine Inanspruchnahme zu vermeiden, führt dies zu nachträglichen

Anschaffungskosten auf seine Beteiligung.

Dem steht nach Auffassung des BFH nicht entgegen, wenn die der Kapitalrücklage

zugeführten Mittel von der GmbH dazu verwendet werden, betriebliche Verbindlichkeiten

abzulösen, für die der Gesellschafter gegenüber der Bank Sicherheiten

gewährt hatte.