Verkaufserlös eines nur zu 25 % betrieblich genutzten Pkw

Vor dem Bundesfinanzhof (BFH) ist ein Urteil des Sächsischen Finanzgerichts

(FG) anhängig, das über die steuerliche Behandlung des Erlöses

aus dem Verkauf eines im Betriebsvermögen befindlichen Pkw, der nur zu

25 % betrieblich genutzt wurde, zuungunsten des Steuerpflichtigen entschieden

hat.

Es ging um die Frage, in welcher Höhe der Verkaufserlös eines Pkw,

den ein Freiberufler zu 75 % privat genutzt hat, zu versteuern ist. Danach kann

der Pkw, der zu mindestens 10 % betrieblich genutzt wird, als sog. gewillkürtes

Betriebsvermögen behandelt werden, wenn seine Zuordnung zeitnah dokumentiert

wird. Ist dies der Fall, geht das FG davon aus, dass der Pkw zu 100 % zum Betriebsvermögen

gehört und der Erlös des Fahrzeugs auch in gleicher Höhe zu versteuern

ist.

Anmerkung: Die Zulassung der sog. Nichtzulassungsbeschwerde durch den

BFH, die dort unter dem Aktenzeichen VIII R 9/18 anhängig ist, lässt

die Fachwelt jedoch aufhorchen. Grundsätzlich wird das Urteil als mit der

Rechtsprechung des BFH konform gehend angesehen. Die Gründe für die

Zulassung zum BFH sind daher unklar. Deshalb ist es ratsam, Steuerbescheide

in gleich gelagerten Fällen durch Einspruch offen zu halten, bis eine endgültige

Entscheidung durch den BFH getroffen wird, ob die Veräußerung eines

im gewillkürten Betriebsvermögen gehaltenen Pkws in vollem Umfang

oder nur anteilig der Besteuerung unterliegt.