Aufgepasst beim Online-Banking

Online-Banking wird immer beliebter. Vom heimischen PC aus die Bankgeschäfte

erledigen, spart so manchen Gang zur Bank. Dabei sollten die Nutzer aber auch

wachsam - und manchmal misstrauisch - bleiben.

In einem vom Oberlandesgericht Oldenburg (OLG) entschiedenen Fall aus der Praxis

hatte sich ein Bankkunde einen sog. Banking-Trojaner eingefangen. Dieser forderte

ihn - vermeintlich von der Onlinebanking-Seite der Bank aus - auf, zur Einführung

eines neuen Verschlüsselungsalgorithmus eine Testüberweisung vorzunehmen

und mit seiner TAN (Transaktionsnummer), die er per Mobiltelefon erhalten habe,

zu bestätigen. In der Überweisungsmaske stand in den Feldern "Name",

"IBAN" und "Betrag" jeweils das Wort "Muster".

Der Kläger bestätigte diese vermeintliche Testüberweisung mit

der ihm übersandten TAN. Tatsächlich erfolgte dann aber eine echte

Überweisung in Höhe von 8.000 € auf ein polnisches Konto.

Der Bankkunde verlangte diesen Betrag von der Bank zurück - allerdings

ohne Erfolg. Nach Auffassung der OLG-Richter hat der Kunde grob fahrlässig

gegen die Geschäftsbedingungen der Bank verstoßen. Darin ist nämlich

vorgesehen, dass er bei der Übermittlung seiner TAN die Überweisungsdaten,

die in der SMS erneut mitgeteilt werden, noch einmal kontrollieren muss. Dies

hatte der Bankkunde nicht getan. Er hatte lediglich auf die TAN geachtet und

diese in die Computermaske eingetippt. Anderenfalls, so die Richter, hätte

es ihm auffallen müssen, dass er eine Überweisung zu einer polnischen

IBAN freigebe.

Bankkunden müssen vor jeder TAN-Eingabe den auf dem Mobiltelefon angezeigten

Überweisungsbetrag und die dort ebenfalls genannte Ziel-IBAN überprüfen.

Dies nicht zu tun, ist grob fahrlässig. Der Kunde hätte im Übrigen

bereits aufgrund der völlig unüblichen Aufforderung zu einer Testüberweisung

misstrauisch werden müssen. Hinzu kommt, dass die Bank auf ihrer Log-in-Seite

vor derartigen Betrügereien gewarnt und darauf hingewiesen hatte, dass

sie niemals zu "Testüberweisungen" auffordert. Vor diesem Hintergrund

war der Kunde selbst für den Verlust seines Geldes verantwortlich.