Weihnachtsfeier; Aufteilung der Kosten bei Absagen von Mitarbeitern

Zuwendungen für Betriebsveranstaltungen wie "Weihnachtsfeiern"

bleiben bis zu einem Betrag in Höhe von 110 € steuerfrei, auch wenn

der Betrag pro Veranstaltung und Arbeitnehmer überschritten wird. Nur der

überschrittene Betrag ist dann steuer- und sozialversicherungspflichtig.



Zu den Zuwendungen gehören alle Aufwendungen des Arbeitgebers einschließlich

Umsatzsteuer unabhängig davon, ob sie einzelnen Arbeitnehmern individuell

zurechenbar sind oder ob es sich um den rechnerischen Anteil an den Kosten der

Betriebsveranstaltung handelt, die der Arbeitgeber gegenüber Dritten für

den äußeren Rahmen der Betriebsveranstaltung aufwendet.

Beispiel: Die Aufwendungen für eine Betriebsveranstaltung betragen

10.000 €. Der Teilnehmerkreis setzt sich aus 75 Arbeitnehmern zusammen,

von denen 25 von je einer Person begleitet werden. Die Aufwendungen sind auf

100 Personen zu verteilen, sodass auf jede Person ein geldwerter Vorteil von

100 € entfällt.

Sodann ist der auf die Begleitperson entfallende geldwerte Vorteil dem jeweiligen

Arbeitnehmer zuzurechnen. 50 Arbeitnehmer haben somit einen geldwerten Vorteil

von 100 €, der den Freibetrag von 110 € nicht übersteigt und

daher nicht steuerpflichtig ist. Bei 25 Arbeitnehmern beträgt der geldwerte

Vorteil 200 €. Nach Abzug des Freibetrags von 110 € ergibt sich für

diese Arbeitnehmer ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil von jeweils 90 €.

Er bleibt dann sozialversicherungsfrei, wenn ihn der Arbeitgeber mit 25 % pauschal

besteuert.

Ungeklärt war in diesem Zusammenhang, wie mit Absagen von Kollegen zu

verfahren ist, die an der Feier nicht teilnehmen konnten, für die die Kosten

aber dennoch angefallen sind. Dazu äußert sich das Finanzgericht

Köln (FG) in seiner Entscheidung vom 27.6.2018 zugunsten der Steuerpflichtigen.

Danach gehen Absagen von Kollegen anlässlich einer Betriebsveranstaltung

nicht zulasten der tatsächlich Feiernden.

Im entschiedenen Fall sagten von den ursprünglich angemeldeten 27 Arbeitnehmern

zwei kurzfristig die Feierlichkeiten ab, ohne dass dies zu einer Reduzierung

der bereits veranschlagten Kosten durch den Veranstalter führte. Nach der

Urteilsbegründung ist es nicht nachvollziehbar, weshalb den Feiernden die

vergeblichen Aufwendungen des Arbeitgebers für sog. "No-Shows"

zuzurechnen sind.

Anmerkung: Mit seinem Urteil stellte sich das FG ausdrücklich gegen

eine bundeseinheitliche Anweisung des Bundesfinanzministeriums. Das Finanzamt hat die

zugelassene Revision beim Bundesfinanzhof in München eingelegt, die unter

dem Aktenzeichen VI R 31/18 geführt wird. Insofern ist dieser Sachverhalt

noch nicht endgültig geklärt. Betroffene Fälle sollten daher

offengehalten werden.

Bitte beachten Sie: Eine begünstigte Betriebsveranstaltung liegt

nur dann vor, wenn sie allen Angehörigen des Betriebs oder eines Betriebsteils

grundsätzlich offensteht. Eine Betriebsveranstaltung wird als "üblich"

eingestuft, wenn nicht mehr als zwei Veranstaltungen jährlich durchgeführt

werden. Auf die Dauer der einzelnen Veranstaltung kommt es nicht an. Demnach

können auch mehrtägige Betriebsveranstaltungen begünstigt sein.