Schadensersatz bei unterlassener Hilfestellung des Versicherungsmaklers

Der Pflichtenkreis des Versicherungsmaklers umfasst grundsätzlich auch

die Hilfestellung bei der Regulierung eines Versicherungsschadens. Zur eigenen

Verantwortung des Versicherungsnehmers gehört es, sich nach einem Versicherungsfall

über Ausschlussfristen nach den Versicherungsbedingungen zu informieren.

Dieser Umstand lässt jedoch keinen Raum für die Verteidigung des Versicherungsmaklers,

sich auf diese Obliegenheit des Versicherungsnehmers zu berufen, weil diese

allein das Verhältnis des Versicherungsnehmers zum Versicherer betrifft.

Der Versicherungsnehmer bedient sich gerade des Versicherungsmaklers als sachkundigem

Fachmann, um seine Ansprüche zu wahren und durchzusetzen. Kommt der Versicherungsmakler

seiner Pflicht zur Hilfestellung bei der Schadensregulierung nicht nach, kann

dem Versicherungsnehmer ein Anspruch auf Schadensersatz zustehen.

Bei einem Versicherungsmaklervertrag kann der zu beratenden Person, auch wenn

sie über einschlägige Kenntnisse verfügt, regelmäßig

nicht vorgehalten werden, sie hätte das, worüber sie der Berater hätte

aufklären oder unterrichten sollen, bei entsprechenden Bemühungen

ohne fremde Hilfe selbst erkennen können. Abweichendes kann gelten, wenn

die zu beratende Person Warnungen oder ohne Weiteres erkennbare Umstände,

die gegen die Richtigkeit des vom Berater eingenommenen Standpunkts sprechen,

nicht genügend beachtet oder den Berater nicht über eine fundierte

abweichende Auskunft unterrichtet, die sie z. B. von einer sachkundigen Person

erhalten hat.