"Spekulationssteuer" auf häusliches Arbeitszimmer?

Zu den steuerpflichtigen "privaten Veräußerungsgeschäften"

gehören u. a. Veräußerungsgeschäfte bei Grundstücken,

bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht

mehr als zehn Jahre beträgt.

Von der Besteuerung ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum

zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich

zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden

vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden.

In einem vom Finanzgericht Köln (FG) am 20.3.2018 entschiedenen Fall verkauften

Steuerpflichtige innerhalb der 10-jährigen Spekulationsfrist ihre selbst

bewohnte Eigen­tumswohnung. In den Vorjahren hatten sie den Abzug von "Werbungskosten"

für ein häusliches Arbeitszimmer i. H. v. 1.250 € pro Jahr erfolgreich

geltend gemacht. Das Finanzamt unterwarf den auf das Arbeitszimmer entfallenden

Veräußerungsgewinn von 35.575 € der Besteuerung, da insoweit

keine steuerfreie eigene Wohnnutzung vorliege.

Das FG sah dies jedoch anders und entschied dazu, dass der Gewinn aus dem Verkauf

von selbst genutztem Wohneigentum auch dann in vollem Umfang steuerfrei bleibt,

wenn zuvor Werbungskosten für ein häusliches Arbeitszimmer abgesetzt

wurden.

Anmerkung: Das beklagte Finanzamt hat die zugelassene Revision beim Bundesfinanzhof

in München eingelegt, die unter dem Aktenzeichen IX R 11/18 geführt

wird.